
Behördengespräche legen Turmbau-Basis
„Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“ – das aus dem mittelalterlichen Französisch stammende Sprichwort hat derzeit auch auf dem Burgberg in Bad Harzburg seine Gültigkeit. Zwar will der Förderverein Historischer Burgberg keine „ewige Stadt“ aufbauen, aber der Weiterbau der Harzburg, der vor allem auch den Pulverturm wieder erlebbar machen soll, stellt für die Ehrenamtlichen eine kaum mindere Herausforderung dar. Und daran wird auch hinter den Kulissen fleißig weitergearbeitet.
Nach der Vorstellung der Turmbaupläne durch den Schweizer Star-Architekten und Spezialisten für denkmalgeschützte Gebäude, Max Dudler, schlugen die Wellen hoch. Zum einen wie zu erwarten in den „Sozialen Medien“, in denen oft wenig sachkundig, dafür aber umso lautstärker polarisiert wurde. Zum anderen aber auch in stetig stärker werdenden Unterstützerreihen, die sich hinter den Förderverein und seine insgesamt millionenschweren Pläne für den Burgberg stellen.
Nach dem Abend mit Max Dudler vor Jahresfrist im Bündheimer Schloss und den hitzigen Diskussionen im Gefolge schien das Projekt in einen Dornröschenschlaf versunken. Aber weit gefehlt: Der Vorstand des Fördervereins um Dirk Junicke ist weiter intensiv damit befasst, die Vorkehrungen für eine Realisierung des Vorhabens zu treffen. Dazu steht der Förderverein vor allem auch mit den zuständigen Behörden bei der Stadt Bad Harzburg wie auch beim Landkreis Goslar im Austausch.
In einem ausführlichen Gespräch mit Bad Harzburgs Bauamtsleiter Tobias Brandt und Marie Scholz, im Rathaus für Stadtplanung und Umweltschutz zuständig, klärten Dirk Junicke und Stefan Scholz vom Fördervereinsvorstand eventuelle baurechtliche Hürden weiter frühzeitig ab. Parallel dazu wurden die Fragen auch mit Margarethe Brandt, Expertin für Baurecht beim Landkreis Goslar, angesprochen.
Beim Landkreis Goslar, bei dem das Bad Harzburger Projekt unter dem Aktenzeichen 6.1/01986/26 geführt wird, wurde festgestellt, dass „der vorgelegte Entwurf (…) mit dem bestehenden Bebauungsplan vereinbar“ sei. In der Mail an den Förderverein heißt es weiter, eine Anpassung des Bebauungsplanes sei aus Sicht des Landkreises nicht erforderlich. Es gelte lediglich, Abweichungen von der Örtlichen Bauvorschrift (ÖBV), speziell zum Thema Dachform und Neigung der Dächer, im Bauantragverfahren zu berücksichtigen.
Bevor der erste Stein für den Turm auf dem Burgberg gesetzt werden kann, gilt allerdings weiter eine besondere Vorgabe, die mit Blick auf den Denkmalschutz schon bei einem Ortstermin in 2025 festgelegt wurde: Vor jedwedem Bodeneingriff auf dem Areal zwischen Turmstumpf und Burgbrunnen müsse eine umfangreiche archäologische Untersuchung und eine archäologische Bestandsaufnahme erfolgen.
Keine neue Vorgabe, aber eine Aufgabe, die den Kostenplan weiter anschwellen lässt. Rund 100.000 Euro, so erste vorsichtige Schätzungen, müssten für die Bodenuntersuchungen veranschlagt werden. Um diese Summen stemmen zu können, hofft der Förderverein Historischer Burgberg weiter auf Unterstützung aus der Bürgerschaft.
Gespendet werden kann auf das Fördervereins-Konto mit der IBAN DE93 8006 3508 5002 4094 00 bei der Harzer Volksbank eG (BIC: GENODEF1QLB). Als Verwendungszweck sollte „Turmbau“ angegeben werden. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

