Tafel 4

 

              

 Der Burgbrunnen

Der 1904 entdeckte Brunnen wurde von Robert Nehring bis 1907 völlig ausgegraben. Der Brunnen war bei einer lichten Breite von 4,50 Meter (Oben) und 2,20 Meter (Unten) bis zu 32,25 Meter tief in den anstehenden Felsen aufgefahren (bergmännisch für „Abtiefen“). Es ist die große Tragik dieser Grabung, dass Nehring berichtet, der Brunnen war mit Holz ausgezimmert und das Holz hätte sich zum Teil (gut) erhalten. Es handelte sich um runde Baumstämme (Eiche und Kiefer) von 16-20 Zentimeter Durchmesser, die ineinander verkerbt waren. Das Holz ist recht schnell nach der Bergung vertrocknet und dann zerfallen. Mit den heutigen Methoden der „Dendrochronologie“ (Jahrringforschung) hätten wir wahrscheinlich die Möglichkeit gehabt, die Auszimmerung des Brunnens auf das Jahr genau zu datieren. Auch wird von einer großen Menge an Funden verschiedenster Art (Tonscherben, Glas, Buntmetall, Eisen, Leder, Holzschalen, Fruchtreste = Pfirsichkerne, Walnuss, Haselnuss, Knochen und Zähne von Tieren (Schwein, Rotwild, Pferd), Seile, Stricke, Teile von Musikinstrumenten, steinerne Architektur-Teile und sogar eine Glocke ohne Klöppel, berichtet. Ein archäologischer Schatz! Leider sind die Funde in der Folgezeit mehrmals umgelagert worden, dabei durcheinander gekommen und zum Teil verloren gegangen, sodass zur Zeit keine genaueren Aussagen zum Alter des Brunnens gemacht werden können.

 

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