Der 3 Burgen Weg

 

Eine Wanderung über die 3 Burgen von Bad Harzburg.

Diese Wanderung, bisher nur als geführte Wanderung angeboten, ist jetzt auch für den individual Wanderer erlebbar. Sie führt durch die bewegte Geschichte der Kaiser und Könige, die auf und von der „Hartesburg“ residierten und die deutschen Geschicke lenkten.

Der Weg beginnt am Berliner Platz, rechts neben dem Parkplatz.


Auf der Infotafel befindet sich ein Plan des Wegeverlaufs,

                

  

 Der Weg: ca. 7 Km (2 1/2 Stunden), 240 Höhenmeter  

Wegelogo

 

Es geht los:

dem Wanderweg nach links folgen, bis zum Ehrenmal (auf der rechten Platzseite). Dahinter führt das Wege-Logo nach rechts, den schmalen Waldweg hinauf.

Nach ca. 200 Meter bitte unbedingt den kurzen Treppenaufstieg, nach rechts hinauf, beachten.

Nun befindet man sich auf dem „Hurensteig“.

Auf diesem Weg wurden im 17. Jahrh. die „edlen Damen“ vom Hofe in Wolfenbüttel, wenn die dort stattfindenden Schäferspiele der adeligen Jugend, Früchte getragen hatte, in Sänften, von Fackelträgern, bei Nacht den schmalen Weg hinauf zum Kleinen Burgberg gebracht.

Hier wohnte die „Burg Mieke und ihr Bruder, der Burg Hans Jürgen. Mieke verdiente sich ihren Lebensunterhalt als „Engelsmacherin“ das bedeutet sie nahm Abtreibungen vor.

 Die in Schulenrode (heute Siedlung Krodotal) wohnenden Menschen sagten dann, wenn sie die Lichter in Richtung Berg ziehen sahen: da werden wieder die. Huren vom Hof zur Mieke auf den Berg getragen.

            

 Der Weg führt weiter bergan bis zum Abzweig: Kleiner Burgberg / Großer Burgberg.

Das Logo führt nach rechts, auf den Kleinen Burgberg.

Von der Kleinen Harzburg ist nicht viel bekannt. Ob sie vor, während oder nach der Grossen Harzburg erbaut wurde, lässt sich nicht bestimmen.

Seit den Ausgrabungen 1900 bis 1907 fanden keine weiteren Ausgrabungen mehr statt. Unter der Leitung des Forstrates Robert Nehring wurde bei den Ausgrabungen auch der ca. 32 Meter tiefe Burgbrunnen ausgeräumt.

Leider konnte das Holz, mit dem der Brunnen ausgekleidet war, mangels heute verwendeter Methoden, nicht untersucht werden.

Genaueres ist in dem Buch „Geschichte und Archäologie der Harzburg“ von W.-D. Steinmetz, nachzulesen.

Die noch heute gut sichtbaren Burggräben zeugen davon, dass es sich um eine nicht unbedeutende Anlage gehandelt haben muss.

Anhand von 5 Info Stehlen kann die Geschichte des Kleinen Burgbergs nachgelesen werden.

Die jeweiligen QR Codes geben noch weiterführende Informationen.

Einen Blick von der angrenzenden Klippe sollte man nicht versäumen!

Der Weg führt zurück zum Abzweig. Folgt man dem Logo etwas nach links, biegt dann sofort nach rechts ab, die Treppe hinunter, begibt man sich auf den Laubenweg. Rechts bergan erreicht man alsbald die „Harzburg Höhle“. Dorthin muss man einige Meter nach rechts hinauf krachseln.

Zur Geschichte um die Höhle:

am ersten Freitag im Monat, wenn gleichzeitig Vollmond ist, öffnet die Weiße Frau das Höhlentor und bittet den Wanderer, der gerade vorbei kommt, in die Höhle. Hier trifft man auf Heinrich IV. mit seinem Hofstaat und wird zum mitternächtlichen Gelage eingeladen…

…….wehe, wenn man den Glockenschlag „ein Uhr“ verpasst….                                      

                         

Oder wohnte in der Höhle der letzte Tatzelwurm des Harzes, der den Bauern die Schweine wegfraß und die diesen dann in der Nähe erschlugen und verbrannten?

Oder stimmt es vielleicht eher doch, dass die Bergleute des Rammelsberges an dieser Stelle, während des Sachsenaufstands, versuchten dem Burgbrunnen das Wasser ab zu graben und somit Heinrich IV. zur Aufgabe zwingen wollten?

Nach so vielen „Wahrheiten“?! geht es weiter zum Antoniusplatz.

Dem Logo nach rechts folgend, nach links auf dem Weg in Richtung „Bergbahn-Bergstation“ gehend, erreicht man die Treppe zum Kammertor. Man kann auch ein Stück weiter gehen und kommt dann von der Statue des Sachsengott`s „Krodo“ (mehr zu Krodo auf der Infotafel), auf das Burgplateau.

                                                

Schon von hier unten wirken die mächtigen, bis zu 10 Meter hohen und 1,70 m dicken Mauern eindrucksvoll auf den Betrachter. Auf dem Plateau erahnt man die ganze Größe der Burganlage. 1065 bis 1068 von König Heinrich IV. erbaut, von den Sachsen während der Sachsenaufstände um 1074 schon wieder (durch Verrat) zerstört.

Die Reichsburg galt zu ihrer Zeit als „größer und schöner als mancher Bischofssitz“. Sie war durch ihre Bauweise damals uneinnehmbar. Besaß eine bedeutende Stiftskirche mit der Grablegung des Sohnes und Bruders Heinrich IV. und wertvollen Reliquien. Die Stiftskirche, die Gebeine und die Reliquien wurden bei der Zerstörung der Harzburg durch die aufständischen Sachsen „in alle Winde zerstreut, so dass es einem in der Seele wehtat“. So zitierte ein anwesender Abt das Geschehen. Er sammelte die Gebeine und Reliquien ein und „verbrachte sie in sein Kloster in der Nähe“..nur welches, ist nicht gesagt.

Nach der Zeit Heinrich IV. ging die Burg in den Besitz Kaiser Barbarossas über. Der nahm bedeutende bauliche Veränderungen (u.a. Abschnittsgraben) auf der Burg vor. Die Bautätigkeiten wurden von Kaiser Otto IV. weitergeführt und beendet. Otto starb 1218 auf der Harzburg. Somit lenkten drei Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, zumindest zeitweise, von der Harzburg aus die Geschicke des Reiches.

Später wechselte die Burg noch mehrfach den Besitzer. Die durch ihre jeweilige Bautätigkeiten Spuren hinterlassen haben. Somit ist aus heutiger Sicht keine genaue Datierung und Zuordnung der Burgteile der Harzburg möglich.

Allerdings lässt der Förderverein Historischer Burgberg in Zusammenarbeit mit dem Archäologen Thomas Moritz und einer nordischen Universität, Mörtelreste untersuchen, die eine recht genaue Datierung zulassen werden. Vielleicht kann man dann die Methode auch auf der Kleinen Harzburg anwenden.

An den jeweiligen Stehlen gibt es Informationen über noch mehr Geschichte der Harzburg.

Besonders sehenswert sind noch der Pulverturm und der Burgbrunnen, durch den Heinrich IV. geflohen ist (sein soll).

Nun wäre es an der Zeit eine verdiente Pause im Gast- und Logierhaus „Aussichtsreich“ oder dem dazu gehörenden „Gipfelposten“ zu machen. Hier lohnt sich der Aufenthalt nicht nur wegen der Aussicht.

Am Ende des Plateaus, vor der Canossasäule, führt der Weg nach links weiter auf der früheren Zuwegung zur Burg, wieder zum Antoniusplatz.

                                                        

Der Heilige Antonius von Padua (geb. um 1195, gest. 13.06.1221) ist der Heilige der Wanderer, Reisenden, Bergleute, Sozialarbeiter, der Armen, der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, Pferden und Esel, er wird angerufen bei Fieber, Pest, Schiffbruch, Viehkrankheiten und ins Besondere, wenn man etwas verloren hat. Was ihm den Beinahmen Schlamper Toni und Schussel Tünn eingebracht hat.

Für eine spätere Wanderung lohnt sich ein Rundgang über den Besinnungsweg mit seinen 8 Verweilstationen. Ein Plan mit Infos steht auf dem Antoniusplatz.

Rechts am Antonius vorbei, (entgegengesetzt dem Besinnungsweg) führt der weitere Weg bis zum Abzweig „Sachsenberg“. Nach einem kurzen Anstieg, steht man nun auf dem Gipfel des Sachsenberges. Hier stand 1072 – 1074 die Belagerungsburg der Sachsen (eine „Motte“ aus Steinwall und Palisaden, von der aus man die Vorgänge auf der Harzburg beobachten konnte). Der Geschichte nach sollen bis zu 50000 Sachsen Heinrich belagert haben. Das Heer stand vermutlich dort, wo heute der Grossparkplatz ist. Durch die immer enger werdende Belagerung und der Zerstörung viele seiner anderer Burgen im Harz, sah Heinrich IV. letztendlich keinen anderen Ausweg als die Flucht von seiner Harzburg. Leider kann man den damaligen Blick auf die Harzburg nur in der Phantasie nachvollziehen, der derzeitige Baumbestand verhindert die damalige „freie Sicht“.

                                         

Nun hinunter bis „Bank 4 Besinnungsweg“, dann rechts hinab zur Säperstelle. Es lohnt sich einige Meter über den Platz hinaus zu gehen. Hier befindet sich der Sachsenbrunnen. Der Brunnen hat aber nichts mit den Sachsen zu tun sondern der Name wurde willkürlich gewählt. Diese Stelle ist ein Teilstück der Wasserleitung vom Spükental zum Burgbrunnen. Die Wasserleitung wurde bereits 1065 bis 1068 angelegt und besteht aus ca. 3000 konisch ineinandergesteckten Tonröhren. Eine hervorragende technische Meisterleistung zur damaligen Zeit. Ähnliche Wasserleitungen aus der Zeit lassen sich in römischen Gebieten finden. Hier trinkt man aus der wahrscheinlich ältesten Wasserleitung Deutschlands.

                 

Der Weg führt nach links, (vom Sachsenberg kommend) den breiten Waldweg entlang, mit herrlichen Ausblickenen, zum Eselsplatz. An diesem Platz wurden früher die Esel, die die „feinen Damen“ vom Berliner Platz auf den Burgberg brachten, ausgewechselt. Eine Bronzeplastik zur Erinnerung an diese Beförderung, befindet sich am Berliner Platz.

                                          

Jetzt geht es auf dem schmalen Resiweg (ein, in die Resi verliebter Man schrieb an die Bäume den Namen seiner Liebsten, damit sie den Weg zum Platz des „Stelldicheins“ finden konnte). An der Querung des „Eichenberg Rundweg“ geht es nach links bis zum Abzweig „Diaskop“ Beim Schauen durch das Diaskop meint man, es hätte sich in der Zeit des Wanderns wunderliches auf dem Burgberg getan. Sieht man doch jetzt die prachtvolle Burg Heinrich IV.                                                   

                                  

Zurück auf dem breiten, talabwärts führenden Waldweg, erreicht man, links an der Siedlung „Krodotal“ vorbei, wieder das Ehrenmal und dann weiter zum Ausgangspunkt Berliner Platz.

 

Eine Geführte Wanderung vermittelt noch mehr wissenswertes und sagenhaftes  

Führungen ab 5 Personen, Terminen und Infos unter:

Wanderführer Reinhard Vierke: 

viekie@t-online.de

Mobil 01718694128

 

oder

http://www.bad-harzburg.de/wanderland/wandern-aktiv/geführte-wanderungen.html

 

 

Förderverein Historischer Burgberg Bad Harzburg eV.
info@die-harzburg.de